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Verlag Christoph Dohr Köln

aktualisiert
Dienstag, 10.09.2019 13:25

 

Christian Ridil

Meyenmusick
Variationen über ein Breslauer Volkslied (1995)

für vier Hörner in F

4 Spiel-Partituren im Umschlag

M-2020-0995-6
EURO 32,80

Zum Werk

Die "Meyenmusick" entstand anlässlich eines Kompositionswettbewerbs, den der Ostdeutsche Kulturrat (Bonn) 1994 ausgeschrieben hatte. Dabei war eine Weise aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten als Variationsfolge für vier Hörner zu bearbeiten. Aus den vorgeschlagenen zwölf Liedern wählte der Komponist das Breslauer Mailied "Mein Herz hat sich gesellet" aus dem 16. Jahrhundert.

Die neun Variationen werden zunächst von signalhaften Dreiklängen in daktylischer Rhythmik und einem Zweitonmotiv kurz eingeleitet. Diese beiden Elemente sind auch die wesentlichen Bausteine der nach zwölf Takten vorgestellten, zunächst unvariierten Weise und ihrer Begleitung.

  • Die erste, nur zweistimmige Variation ist eine Cantus-Firmus-Variation. Im doppelten Kontrapunkt läuft die zweite Stimme teils über, teils unter der vorgegebenen Weise, in der zweiten Hälfte wird ein Kontrapunkt mit den beiden unterschiedlichen Liedabschnitten gekoppelt.
  • Nach diesem vergleichsweise akademisch-strengen Beginn werden die folgenden Variationen melodisch und rhythmisch wesentlich freier verarbeitet: Melodische Partikel aus der vorgegebenen Weise schichten sich zu vertikalen Akkordblöcken, variable Metrik bricht das ruhige Viererzeitmaß auf, das klangliche Geschehen wird verschiedenen Registern zugeordnet.
  • Die dritte ("In modo Bavarese") und vierte Variation ("A la Viennnese") entführen die schlesische Renaissanceweise zeitweilig in süddeutsche Gefilde.
    Während die sechste Variation ("Alla caccia") mit ihrem Jagdmusikcharakter eine Reverenz an die Ursprünge des vorgegebenen Instrumentariums darstellt, beschreibt die siebte Variation ("Alla Marcia") ein Stück "kaputter Militärmusik": Der Marschrhythmus wird immer wieder verschoben oder derb unterbrochen.
  • Die achte Variation entfernt sich am weitesten von der melodischen Vorlage. Nicht nur rhythmisch wird die Weise empfindlich verändert, sondern auch durch immer enger werdende Intervalle der Begleitung klanglich "eingekreist". Die heterogene Rhythmik aller vier Hörner sowie die EInbeziehung fasts des gesamten Tonvorrats lässt ein oszillierendes Klangspektrum entstehen.
  • So verstehen sich die schon von der Introduktion bekannten daktylischen Dreiklänge der neunten und letzten Variation quasi als befreiender Abschluss. Noch einmal erhalten alle vier Instrumente einen Melodieabschnitt zugeordnet, der von den Dreiklangssignalen in unterschiedlichen Klangräumen begleitet wird. Mit schmetterndem Unisono endet die "Meyenmusick".

Die "Meyenmusick" wurde prämiert und am 18. Mai 1995 auf Schloss Raesfeld durch das Nordwestdeutsche Hornquartett uraufgeführt. (Christian Ridil)

Cover

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