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Verlag Christoph Dohr Köln

aktualisiert
Donnerstag, 18.07.2019 16:24

 

Joachim F. W. Schneider

Klavierstück II (1995)

M-2020-0382-4
EURO 10,80

Zum Werk

Klavierstück II war inspiriert von Gerhart Hauptmanns novellistischer Studie "Bahnwärter Thiel". In einem kurzen, dunklen, mit "Presto" überschriebenen ersten Satz wird das Heranrollen der Eisenbahn als ein Bild für nahendes Unheil beschrieben, wie es auch bei Hauptmann zu finden ist. Die Katastrophe tritt allerdings noch nicht ein, vielmehr klingt der Satz verhalten aus.
Als Hauptteil des Werkes folgt ein lyrischer zweiter Satz, in dem im Gegensatz zur Situationsbeschreibung des ersten Satzes der Blick auf das Innere der Protagonisten gerichtet wird. Dies geschieht in zumeist kurzen, in Faktur und Dichte sehr unterschiedlichen Abschnitten, was dem Satz einen zerrissenen, durchführungsartigen Charakter verleiht.
Nach einer Reminiszenz, in der die Thematik des ersten Satzes (Heranrollen des Unheils) in einer kontinuierlichen Entwicklung von ppp bis fff dargestellt wird, tritt nun die im ersten Satz noch ausgesparte Katastrophe ein.
Das letzte Bild des Stückes zeigt den apathisch dasitzenden Thiel, der das Mützchen seines toten Kindes im Arm hält. (Joachim F. W. Schneider)

Das Stück ist dem australischen Pianisten Philip Mayers (Berlin) gewidmet, der es auch am 9. Juni 1995 in Berlin uraufführte.

Dauer: ca. 14'

 

Cover

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