Arrigo Boito |
Scorre per gran pietà Transkription einer Choralpartita (BWV 766) von Johann Sebastian Bach für Gesang (hohe Stimme) und Klavier hrsg. von Guido Johannes Joerg M-2020-4930-3 |
Zum WerkAnlässlich der feierlichen Enthüllung des Bellini-Denkmals am 8. August 1886 auf der Piazza Bellini in Neapel veröffentlichte dessen ehemaliger Kommilitone und Freund Francesco Florimo das Album Bellini: ein Buch, für welches er zahlreiche Berühmtheiten des Musiklebens sowie Zeitzeugen des verehrten Vincenzo Bellini, der am 23. September 1835 im Alter von nur 33 Jahren überraschend gestorben war, um Beiträge ersucht hatte, die jene – unter anderem Charles Gounod und Giuseppe Verdi – auch bereitwillig zur Verfügung stellten. Auch der italienische Schriftsteller und Opernkomponist Arrigo Boito beteiligte sich mit einem Beitrag am Album Bellini. Als Nachgeborener konnte er keine persönlichen Erinnerungen an Bellini berichten; er lieferte wenige mythologisch anspielungsreiche Sätze sowie ein elfzeiliges Gedicht, das er jedoch (aus Respekt) nicht mit eigener Musik vertont, sondern einer Komposition von Johann Sebastian Bach unterlegt hat. Boito transkribierte dazu den Choral (Partita I) und die erste der insgesamt sechs Choralvariationen (Partita II) von BWV 766 – die weiteren kamen für seine Transkription für Gesang und Klavier kaum mehr in Frage; sein Beitrag für das Album sollte außerdem knapp und eindringlich bleiben. In seiner Transkription äußert sich Boitos Ehrfurcht und Respekt sowohl gegenüber Bach wie auch gegenüber Bellini. Seine italienische Dichtung, im Nachhinein zu Bachs Musik (respektive der daraus von Boito geformten Gesangslinie) geschaffen und dieser unterlegt ist dem neuentstandenen Werk – einem italienischen Klagegesang des ausgehenden 19. Jahrhunderts – angemessen. (Guido Johannes Joerg). Die Ausgabe ist mit dem originalen italienischen Text von Arrigo Boito sowie einer deutschsprachigen Gedichtfassung von Siegfried Carl unterlegt. |
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