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Verlag Christoph Dohr Köln

aktualisiert
Montag, 02.01.2017 9:32

 

Christina Drexel

Carlos Kleiber ... einfach was dasteht!

Mit einem Geleitwort von Ioan Holender

330 S., zum Teil farbige Abb., Register, Hardcover

ISBN 978-3-936655-89-6
EURO 34,80

"Carlos Kleiber, einer der größten Dirigenten überhaupt,
hat in der Kunst das gesucht, was niemand findet: das Absolute."
(Aus dem Geleitwort von Ioan Holender)


Cover

 

 

Der Dirigent Carlos Kleiber (1930-2004) genoß bei Fachleuten und Publikum höchstes Ansehen. Seine Video- und Audioproduktionen gelten ausnahmslos als Referenzaufnahmen. Die vorliegende Studie widmet sich der Arbeits-, Dirigier- und Musizierweise des genialen Künstlers. Ausgehend von der Beschreibung seiner Vorbereitung auf die Werke und der Untersuchung seines persönlichen Dirigierstils werden im Rahmen von Analysen Vergleiche mit Erich Kleiber, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Arturo Toscanini, Wilhelm Furtwängler u. a. angestellt.

Die Schrift beinhaltet eine kurze Biographie sowie einen Abschnitt über die Problematiken auf diesem Gebiet der Interpretationsforschung, da – beispielsweise bei Aufnahmenvergleichen – von nie konstanten Voraussetzungen wie der Tagesverfassung der Mitwirkenden ausgegangen werden muß. Auch technische Faktoren, so etwa der Verständigungsmechanismus zwischen Dirigent und Orchester, sind schwer nachweisbar, was Schriften verschiedenen Genres über das Dirigieren und Dirigenten sowie Presseartikel und Berichte über Carlos und Erich Kleiber verdeutlichen. Dennoch liefert z. B. die Auswertung einer für die Studie durchgeführte Umfrage unter Musikern des Bayerischen Staatsorchesters und der Sächsischen Staatskapelle über die Zusammenarbeit mit Carlos Kleiber signifikante Resultate.

Der Schwerpunkt der Monographie liegt auf der Untersuchung des Dirigiervorganges, wie er als charakteristisch für Carlos Kleiber gelten kann. Anhand von Beispielen wird z. B. das Quellenstudium des Dirigenten eingehend beschrieben. Ebenso wird eine Untersuchung zur Beschäftigung Carlos Kleibers mit dem Notentext und Eintragungen in das Orchestermaterial angestellt. Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Reflexion des Dirigenten über den Notentext und die vom Komponisten vorgeschriebenen Metronomzahlen, worauf sich eine Überlegung zu Carlos Kleibers Probentechnik anschließt. Erkenntnisse über den persönlichen Dirigierstil Carlos Kleibers ergeben sich schließlich aus einer Analyse seiner Dirigierbewegungen in Verbindung mit der Charakterisierung des Orchesterklanges. Zentrale These der Schrift ist die Einzigartigkeit des individuellen Stils und Orchesterklanges jedes Dirigenten, weshalb der in einem finalen Resümee unternommene Versuch einer eindeutigen Einordnung Carlos Kleibers innerhalb dreier durch die Musikwissenschaft definierten Strömungen zu keinem eindeutigen Ergebnis führen kann. Die Studie bestätigt den einzigartigen Rang Carlos Kleibers und würdigt seinen bedingungslosen, intensiven Einsatz für eine dem Werkcharakter entsprechende Wiedergabe musikalischer Meisterwerke. (Dr. Christina Drexel)

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