© 1998-2017 by
Verlag Christoph Dohr Köln

aktualisiert
Montag, 02.01.2017 9:32

 

Henning Frederichs

Shir ha-shirim (1998)
für Oboe d'amore und Orgel

Partitur und Stimme

M-2020-0560-6
EURO 16,80

Zum Werk

Bei der Komposition von "Shir ha-Shirim" spielen gestische Vorstellungen eine wichtige Rolle, die im folgenden angedeutet werden sollen, damit sie die Phantasie der Ausführenden anregen und (so weit möglich) in die Realisation der fünf Sätze einfließen können.

Die Auswahl der Verse aus dem "Hohenlied Salomos" entspricht Marc Chagalls fünf Gemälden, die er 1957 bis 1966 schuf. So schildert der I. Satz das Erwachen der "Freundin"; am Ende erklingen Reminiszenzen an die vergleichbare Situation in Bachs Matthäuspassion. Der III. Satz ist die Übertragung eines Kanons für vier Solostimmen aus meinem halbszenischen Oratorium "Hiob", der in stammelnden Tonwiederholungen und exzentrischen Tremoli diesen wohl schwindelerregendsten Text des ganzen Alten Testaments musikalisch zu fassen sucht. Der V. Satz ist eine hymnische Toccata über Philipp Nicolais Lied "Wie schön leuchtet der Morgenstern".

Bei einer Aufführung könnte der Oboist vor, neben und hinter einer Leinwand agieren, auf die das jeweilige Bild Chagalls projiziert wird: Im I. Satz ist er noch dahinter verborgen; im II. wird nur das Blasinstrument, waagerecht gehalten wie bei Chagall, sichtbar gemacht; im III. setzt der Spieler sich vor die Leinwand,wie der Schofarbläser im Gebüsch; im IV. wiegt er sich im Takt hin und her und steht dabei allmählich auf; im V. tanzt und klatscht er zu der Musik der Orgel, bläst nach links gewendet seinen Part und entfernt sich langsam wieder hinter die Leinwand.

Noch sinnfälliger wäre eine Projektion der Bilder auf fünf Leinwände, die - wie im Chagall-Museum in Nizza - in einem offenen Halbkreis stehen. (Henning Frederichs)

Cover

Cover

Bewegen Sie die Maus über die Abbildungen, um Vergrößerungen angezeigt zu bekommen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 


zurück zum Seitenanfang